Donnerstag, 23. Mai 2013

Paul Hawken - Wir sind der Wandel


Ein grundlegender Wandel ist nötig – soweit sind wir uns alle einig. Ein Wandel, der dafür Sorge trägt, dass dem Umweltschutz endlich die gebührende Aufmerksamkeit zukommt, der das Leben achtet und in jeder Form respektiert, für den soziale Gerechtigkeit nicht nur eine leere Worthülse ist und der auch indigenen Völkern ihren Lebensraum zugesteht und nicht der Profitgier von millionenschweren Unternehmen opfert. Um es kurz zu sagen: Wir brauchen Menschen, denen die Lebensgrundlagen unseres Planeten am Herzen liegen und die seine Gesamtheit und Vielfalt erhalten möchten.

Der amerikanische Journalist Paul Hawken beschreibt in seinem Buch „Wir sind der Wandel“ diese Menschen, die sich einsetzen, die in irgendeiner Form – meist auf lokaler Ebene – aktiv werden und in beeindruckender Weise Einfluss auf ihre Kommunen, Regierungen und ihre Wirtschaft nehmen. Er schildert eine nahezu unsichtbare Bewegung, die immer weiter wächst und von Millionen Menschen getragen wird. Menschen, die sich wohl niemals treffen werden, die aber dennoch Teil eines weltumspannenden Netzwerks sind, welches von den Medien jedoch nicht wahrgenommen wird, da hier nicht die gewohnte Organisationsstruktur einer fixierten Ideologie vorliegt und somit eine mediengerechte Identifikation und Berichterstattung schwierig sind. Umso wichtiger ist Hawkens Buch, der diese Bewegung zusammenfasst, ihre geschichtlichen Anfänge in der Natur- und Gesellschaftsbetrachtung von Autoren wie Ralph Waldo Emerson und Henry David Thoreau beleuchtet, über das Immunsystem der Erde und die Rolle der indigenen Völker referiert und schließlich mit einer ganz besonderen Qualität dem „Imperium“ einen Strich durch die Rechnung macht: Hoffnung. Hoffnung, die Kraft gibt, an diesem Wandel mitwirken zu wollen!

Wenn Paul Hawken bei seinen Vorträgen gefragt wird, ob er in Hinblick auf die zukünftigen Entwicklungen pessimistisch oder optimistisch sei, dann antwortet er stets gleich: „Wenn man sich die Forschungsergebnisse anschaut, die das beschreiben, was heute auf der Erde geschieht, und nicht pessimistisch ist, dann hat man nicht das korrekte Datenmaterial. Wenn man Menschen kennenlernt, die zu dieser namenlosen Bewegung gehören, und nicht optimistisch ist, hat man kein Herz.“

Gänzlich ohne erhobenen Zeigefinger macht Hawken deutlich, dass mit dem „Wir“ aus dem Titel seines Buches letztlich wir alle gemeint sind, jeder einzelne von uns. Bei unserem Einsatz für eine lebendige Vielfalt und eine lebenswerte Zukunft können wir vertrauen: „Die natürliche Intelligenz des Lebens wird uns führen, denn sie erschafft in jeder Sekunde unzählige Wunder, die von einer Bewegung weitergetragen werden, die namenlos ist.“
Paul Hawken ist sich sicher: „Das ökologische Gleichgewicht wieder herzustellen ist außerordentlich einfach: Wir beseitigen das, was das System daran hindert, sich selbst zu heilen.“
Starke Worte und ein starkes, sehr empfehlenswertes Buch!

  






 
Paul Hawken
Wir sind der Wandel
Warum die Rettung der Erde bereits voll im Gang ist – und kaum einer es bemerkt
Hans Nietsch Verlag



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