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Er lebt ausschließlich im Intellekt und ich bin
mir sicher, er würde behaupten, dass die Wissenschaft irgendwann herausfinden
wird, wie unser Gehirn unser Bewusstsein hervorbringt. Alles eine Frage der
Zeit.
Der wissenschaftsgläubige Schlumpf geht davon
aus, dass die Welt in unserem Kopf entsteht, dass wir nur über unseren Geist
mit der Umwelt verwoben sind.
Doch Bewusstsein besteht aus mehr, aus viel mehr,
als aus unserem Gehirn. Wir sind durchdrungen von der Welt – wir stecken nicht
in unserem Kopf, sondern sind in die Welt hinein ausgestreckt. Unser
Bewusstsein ist Teil der Welt, dynamisch arbeitend durch Einflüsse, die wir
empfangen und Impulse, die wir selbst geben. „Wir sind dezentral verteilt“, wie
der Philosoph Alva Noë sagt. „Die Auffassung, dass wir unser Gehirn sind, haben
die Wissenschaftler sich nicht erarbeitet. Es handelt sich vielmehr um eine
vorgefasste Meinung, die sie von zu Hause mit ins Labor gebracht haben.“ Etwas
unserer selbst liegt außerhalb von uns, fließt lediglich durch uns hindurch und
bildet gemeinsam mit inneren Prozessen die temporäre Erfahrung, die wir „Ich“
nennen.
Vielleicht ist unser Gehirn ein sensibles Netz,
das wir in diesen Fluss werfen und welches den einen oder anderen
Erfahrungsfisch aus der Vielfalt allen Seins einfängt. Doch könnten wir das
Netz, den Fischer und die Fische für einen Augenblick vergessen, würden wir die
Weite und das Fließen des Flusses viel unmittelbarer erleben. Wir würden
verstehen, dass wir nicht „hier drin“ sind und die Welt „dort draußen“.
Wir sind verkörpert und noch viel wichtiger: verortet
– unser Körper ist Teil der Welt, mit der wir in ständiger Kommunikation und
Interaktion stehen. So ist Bewusstsein kein rein neuronales Phänomen, sondern
ein lebendiger Austausch mit allem, was uns umgibt.
Bewusstsein ist kein Vorgang, der einzig und allein in unserem Inneren stattfindet.
Gehirn, Körper und Welt erhalten gemeinsam das Bewusstsein aufrecht und ihre
jeweiligen Grenzen sind weit offener als wir denken. Um noch einmal Alva Noë zu
Wort kommen zu lassen: „Bewusste Wesen haben Welten, und zwar in dem Sinne,
dass sich ihnen die Welt als etwas Wertgeladenes zeigt: Zucker! Licht! Sex!
Verwandte!“ Da ist Berührung, da ist Ausdruck, da ist Verlockung, Verzückung
und das Auflösen von Barrieren.
Wir können unsere Schlumpfmütze und unsere Brille
ablegen, sie am Ufer zurücklassen und ganz in den Fluss des Seins eintauchen,
uns selbst hineinbegeben, uns hingeben, unser Gehirn durchspülen lassen. Mit
unserem Atem, unseren Handlungen,
unserem Schauen und unserem Erfahren das Bewusstsein gestalten, welches als
kollektiver Fluss durch unseren Kosmos, um uns herum und durch uns hindurch
fließt.
Vielleicht schwimmt Schlaubi eine Runde mit uns.
Er muss sich nur trauen, nass zu werden!
Mehr zu Verlockung, Verzückung, dem Auflösen von Barrieren und dem Eintauchen in den Fluss des Lebens findet sich hier:


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