Freitag, 11. Mai 2012

Buddhismus als reflektierte Lebenskunst


Weder der bemüht „trendige“ Titel noch das poppige Cover werden diesem Buch gerecht. Es gibt einen Satz über den Fleischkonsum Buddhas, Whisky taucht gar nicht auf und Sexstellen sucht man ebenfalls vergeblich... :-)
Was das Buch wirklich bietet, ist eine fundierte Einführung in buddhistische Grundgedanken, flüssig, locker und kenntnisreich von einem amerikanischen Philosophieprofessor verfasst. Gute Gedanken, in klaren Bildern ausgedrückt und auf die lebenstaugliche Essenz des Dharmas gerichtet. Asma skizziert die Kerngedanken der buddhistischen Weltanschauung und konzentriert sich hierbei vor allem auf die psychologischen und philosophischen Aussagen. Alles lediglich kulturelle Beiwerk, was der Buddhismus aus dem Hinduismus (oder aus anderen asiatischen Kulturen) übernommen hat, wird hinterfragt und vom Autor als eher unwichtig für den eigenen Weg eingeordnet. In diesem Aspekt ist das Buch mit Stephen Batchelors "Buddhismus für Ungläubige" vergleichbar, welches man ebenfalls nur empfehlen kann. Großartig sind die Ausführungen Asmas zum Elternsein, extrem unterhaltsam die Abrechnung mit all dem esoterischen "Quantenquatsch", spannend die Bezüge zu Kunst und Musik, anregend die schlüssige Argumentation gegen die „transzendente Verlockung“, erhellend auch das Kapitel "Dharma und das globale Dorf", in dem der Autor mit einigen Missverständnissen zum Thema "friedlicher Buddhismus" aufräumt... Man merkt Asma an, dass er sich seit über 20 Jahren mit dem Dharma beschäftigt und sich hierbei nicht wohlig in einer bestimmten Schule eingekapselt hat, sondern stets den Blick über den Tellerrand wagt.
Eine erfrischende und lohnenswerte Lektüre, die die Lehre des Buddhas als Lebenskunst und nicht als Religion darstellt.
(DG)

1 Kommentar:

  1. Diese Rezension macht Lust das Buch zu lesen - selbst wenn man mit dem Thema Buddhismus noch wenig oder gar nichts zu tun hat. Scheinbar kann man hier einen erfrischenden, kurzweiligen Einblick bekommen und die Essenz kennenlernen. Danke dafür. Ich freue mich schon auf die Lektüre :-)

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