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| Foto: Barbara Helgason, fotolia.com |
Das Leben kann so einfach sein! Wir sind jahrelang auf der Suche, schleppen uns von einem Seminar zum anderen, besuchen Workshops, lesen tonnenweise Bücher und plötzlich wird uns bewusst, dass die größten Weisheiten in simplen Rocksongs verborgen liegen, die wir seit Ewigkeiten mehr schlecht als recht unter der Dusche trällern.
Nachdem wir immer wieder vergeblich beim Universum Bestellungen aufgegeben haben und bei der zuständigen Reklamationsstelle auch nur immer das Schild „Lassen Sie sich am Nebenschalter bedienen!“ vorfanden, tritt eines Morgens der große Philosoph Mick Jagger ins Bad, reicht uns freundlich die Seife oder das Handtuch und singt „You can‘t always get what you want“. Einfache Worte, verbunden mit einer Melodie, die uns nie wieder aus dem Kopf geht. Ein paar Gitarrenakkorde und eine ewige Weisheit, die uns am Ende des Refrains noch ein schunkelndes „You get what you need“ mit auf den Weg gibt.
Was wollen wir mehr? Mehr Secret, mehr Quantensonstwas? Oder doch einfach nur das, was wir brauchen und was das Beste und Menschlichste in uns hervorbringt? Ein kleines bisschen Wirklichkeit gefällig?
Ach, hören wir doch einfach auf, unser Leben als so unvollkommen zu betrachten… Sehen wir unsere Beziehung und unseren Partner, unsere Eltern und den Rest der buckligen Verwandtschaft, unseren Job, unsere Kinder und unseren im Mülleimer wühlenden Hund einfach mit dem taoistischen Gleichmut der 80er-Jahre-Haarspray-Kapelle Poison und summen in einer Mischung aus Freude und Melancholie: „Every rose has its thorn just like every night has its dawn“. Hier und da stechen wir uns, holen uns blutige Finger und können trotzdem den Duft und die Schönheit dieser einzigartigen Blume genießen. So sind die Dinge! Dinge, mit denen wir glücklich sein können, obwohl sie nicht ganz so sind, wie unser übersteigertes Ego sie gerne hätte. Poison, die Zen-Mönche in Spandex-Hosen, haben das verinnerlicht, als sie weiter sangen: „Just like every cowboy sings his sad sad song every rose has its thorn“… (Gibt es von denen eigentlich noch irgendeinen anderen Song?)
Satteln wir also unser dreibeiniges Pferd und reiten in den Sonnenuntergang! Singen wir ein trauriges Lied und lächeln dabei! Menschsein ist keine Übung in Perfektion, sondern eine lebenslange Lektion darin, dass Unvollkommene mit ganzem Herzen zu lieben. Nur zwei Songs und alles ist gut…
Zur intensiven Verinnerlichung hier zwei Videos... Viel Spaß dabei!
Besten Dank an die Macher des Magazins NEWs AGE, die meine Kolumne in ihrer aktuellen Ausgabe gedruckt haben!


