Mittwoch, 4. Mai 2011

Spirituelle Krieger – „Mystiker in Aktion“

(c) Pui-Mun Law, Seelenzauber Tarot
Wenn wir uns mit Archetypen beschäftigen, ihre Kraft spüren und diese in unser Leben einladen, damit sie uns und unsere Welt transformiert, stoßen wir irgendwann unweigerlich auf den spirituellen Krieger. Vielleicht erscheint uns der Begriff unpassend, vielleicht lehnen wir die kriegerische Energie grundsätzlich ab, weil wir denken, sie laufe unserer pazifistischen Ausrichtung entgegen, sei irgendwie anrüchig, ja „unspirituell“. Doch wenn wir unsere Spiritualität in die Welt bringen und an der menschlichen Gemeinschaft positiv mitwirken wollen, dann benötigen wir dringend diese kriegerische Energie.
Wir müssen selbst die wertvollste Waffe des Kriegers entwickeln: die Klarheit des Geistes, der weiß, wann er ruhen und wann er kämpfen muss. In dieser Klarheit liegt eine Stärke, die nicht blind um sich schlägt, wenn sie sich bedroht fühlt. Eine Stärke, die sich ihrer selbst bewusst ist, ein Fels in der Brandung des eigenen Gedankenkarussells wie auch in den Fluten und Wirren unserer modernen Welt.
(c) Pui-Mun Law, Seelenzauber Tarot
Auf einem T-Shirt las ich: „Big dogs don’t need to bark“ - und das stimmt: Nur ein wirklicher Krieger kann wahrhaft friedlich sein.
Aus diesem inneren Frieden können wir ganz bewusst und angstfrei auf Dinge und Geschehnisse reagieren. Wir können den Einsichten unserer Kontemplation in der Welt Ausdruck verleihen und zu ihnen stehen. Wir wissen mit Bestimmtheit, dass wir mit allem, was ist, verbunden sind und können unseren Brüdern und Schwestern – ganz gleich, ob sie Haut, Fell, Federn oder grüne Blätter tragen – die Hand reichen.
Laut Matthew Fox ist der Krieger „ein Mystiker in Aktion“. Der wahre Krieger wird zu einem lebendigen Bild der mystischen Einheit, er denkt und handelt in Verbundenheit. Er liebt die Welt und all ihre Wesen, seine Rede legt in prophetischer Weise Zeugnis von der Wahrheit ab und er weiß das Schwert der Achtsamkeit zu nutzen, um die Dinge so zu SEHEN, wie sie sind. Die „verborgene Spiritualität“, die Fox so eindrücklich beschreibt und die er sich in uns allen verwirklicht wünscht, wird im spirituellen Krieger zum Leuchtfeuer, das weithin sichtbar ein Signal für einen Neubeginn ist.
Das alte Kriegertum machte sich die Erde untertan, weil es in der Tiefe von Angst vor dem Leben erfüllt war. Beherrschen muss ich jedoch nur das, was ich fürchte. Das neue spirituelle Kriegertum hat den Mut, sein Herz weit zu machen und an der Gemeinschaft des Lebens wahrhaft teilzuhaben. Es muss sich nicht hinter vermeintlicher Stärke verstecken, sondern kann im Kreis alles Lebendigen stark SEIN.
Der spirituelle Krieger ist im wahrsten Sinne des Wortes be-seelt und bringt diese Seele in seinen Augen, auf seiner Zunge und mit seinen Händen der Welt als Geschenk dar. Damit wir alle leben können. Jetzt und in Zukunft.


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