Freitag, 20. Mai 2011

Der Wald atmet, der Wald weiß...

In Bill Plotkins Opus magnum "Natur und Menschenseele" habe ich heute dieses Gedicht gefunden:

"Steh still.
Die Bäume vor und die Büsche neben dir sind nicht verloren.
Wo immer du auch bist, nennt man "Hier",
und du musst es als machtvollen Fremden betrachten,
musst seine Erlaubnis erbitten, es zu kennen und gekannt werden zu dürfen.
Der Wald atmet. Lausche.
Er antwortet, ich habe diesen Ort um dich herum geschaffen.
Wenn du ihn verlässt, kannst du wiederkommen, "hier" sagend.
Für Rabe gleicht kein Baum dem anderen.
Für Zaunkönig gleicht kein Ast dem anderen.
Wenn das, was Baum oder Busch tun, bei dir wirkungslos bleibt,
bist auch du gewisslich verloren und wirkungslos.
Steh still. Der Wald weiß, wo du bist.
Du musst dich von ihm finden lassen."
- David Wagoner, Lost -

Vielleicht ist das als spiritueller Weg ausreichend: Hier sein. Wahrhaftig hier sein inmitten all dessen, was lebendig ist. Verbunden sein und lauschen. Das Rauschen der Blätter in unserem Innersten vernehmen, die Stimmen des Waldes einsaugen, uns von ihnen erfüllen lassen. Hier sein. Ein Teil der Welt, der mit allem, was ist, kommuniziert...










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