Mittwoch, 7. Mai 2008

Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder...

Am Montagabend war Seán in Bielefeld zu Gast in den Räumen der J.Kamphausen Mediengruppe, zu der auch der Aurum Verlag gehört. Viele, die ihn schon im letzten Jahr erlebt hatten, waren wiedergekommen, ebenso viele neue Gesichter.
Seáns Thema an diesem Abend waren Kinder und ihre Wahrnehmung unserer Welt.
Welche Qualitäten meinte Jesus, als er davon sprach, dass wir so werden sollten wie die Kinder, um das Himmelreich zu erlangen?
Seán erwähnte drei Fähigkeiten, die Kinder besonders auszeichnen:
Erstens sehen sie die Dinge, wie sie sind - im Gegensatz zu uns, die wir die Dinge sehen, wie wir sind. Kinderaugen sind offen, ebenso wie ihr Geist. Während wir Erwachsenen direkt zuordnen und einordnen (meist bedingt durch Urteile, die wir treffen), nehmen Kinder einfach wahr. Die Faszination und das Sich-Verlieren in der Beobachtung (sprich: die natürlichste Meditationsform der Welt) sind noch nicht durch vermeintliche "Erziehung" abhanden gekommen. Zweitens haben sie eine unglaubliche Fähigkeit zu vergeben. Ständig vergeben sie z.B. ihren Eltern deren Fehler. Immer sind sie bereit, einen Neuanfang zu wagen, es noch einmal zu probieren, ihre Hände auszustrecken und zu vertrauen... Und drittens stellen sie Fragen, insbesondere Fragen, die mit "Warum..." beginnen. Unsere Fragen beziehen sich fast ausschließlich auf das "Wie..." von Dingen. Wie funktioniert etwas? Wie kann ich dies oder das gebrauchen? Kinder fragen: "Warum ist der Himmel blau? Warum ist der Elefant so groß?" Wenn wir wieder mehr Warum-Fragen stellen würden, dann würde uns manches in unserer Welt sehr sehr seltsam erscheinen (Warum müssen Menschen aus ihren Heimatländern fliehen? Warum verhungern Menschen, während sie in anderen Ländern durch Völlerei erkranken? Warum gibt es Kriege?), während uns auf der anderen Seite eine unendliche Anzahl von zu entdeckenden Wundern erwarten würde (Warum gibt es Trillionen Sterne? Warum bin ich hier? Warum ist überhaupt etwas und nicht einfach Nichts?)
Nicht wir sind die Lehrer der Kinder - sie sollten unsere Lehrer sein. Lehrer, die uns aus einer kollektiven Trance erwecken und uns ins Herz des Lebens führen...

Wir sehen uns dort,
Dirk

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen