Montag, 5. Mai 2008

Spiritueller Serienkiller

The Killer himself
Unterwegs mit Seán Ólaoire erlebt man immer wieder Überraschungen. Gestern Abend in Bad Honnef sagte er: "Wenn du wirklich ernsthaft auf dem spirituellen Weg sein willst, musst du vier Morde begehen. Erstens musst du dein Ego töten. Zweitens musst du deinen Vater töten, womit die Tradition gemeint ist, aus der du stammst und in der du dich eingerichtet hast. Drittens musst du deinen Guru, deinen Lehrer töten. Und letztlich musst du auch Gott töten..."
Dabei bezog er sich auf Meister Eckhart, der schon im 13. Jahrhundert sagte: "Ich bete jeden Tag zu Gott, dass er mich von Gott befreien möge!" Auch im Buddhismus gibt es eine ähnliche Aussage: "Triffst du den Buddha unterwegs, töte ihn!"
Was wir hier töten, sind unsere Bilder, unsere Vorstellungen, die wir uns von etwas machen, das unaussprechlich, nicht zu beschreiben ist. Der Urgrund allen Seins ist größer und geheimnisvoller als unser Denken fassen und unsere Sprache vermitteln kann. Die eigenen Vorstellungen, die liebgewonnenen Bilder loszulassen fällt schwer, doch hiermit öffnet sich eine Weite, in der das wahrhaft Heilige Einzug halten kann...

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