Samstag, 3. Mai 2008

Laren, NL

Laren ist ein kleines, sehr pittoreskes Staedtchen in den Niederlanden, nicht weit von Amsterdam, wo ich Seán gestern morgen vom Flughafen abholte. Hans, ein guter Freund von mir, lebt dort und hatte ein Treffen organisiert, bei dem Seán einen Vortrag hielt. Irischer Akzent, irische Geschichten, eine globale Mission... Ueber das, was Seán gestern sagte, kann ich gut und gerne das naechste halbe Jahr nachdenken!
Unter anderem erzaehlte er eine kurze Geschichte aus seiner Kindheit, die schoen illustriert, worum es ihm geht: In den 50er Jahren lebte seine Familie in einem winzigen Haus in Irland, zu dem nur ein schmaler Pfad fuehrte. 1,5 km entfernt traf dieser Pfad auf die naechste Strasse, und zu dieser Stelle wurde auch der Torf geliefert, mit dem damals geheizt wurde. Um diesen Torf nun zum Haus zu bringen, lieh sich Seáns Vater ein Pferd, einen immens grossen Kaltblueter von seinem Nachbarn. Er spannte das Pferd in sein Kummet ein, haengte den Wagen dahinter und begann den Torf abzutransportieren... Doch ploetzlich, als das Pferd anzog und die Last spuerte, begann es sich wie wild zu gebaerden, rannte los, der Wagen kippte, Seán und sein kleiner Bruder purzelten herunter, das Pferd stuerzte und sein Vater war in heller Aufregung. Als der Nachbar dazu kam, war die Ursache schnell geklaert. Seáns Vater hatte das falsche Kummet, das Kummet eines anderen Pferdes, benutzt. Es passte nicht um den Hals dieses Pferdes und es konnte auf diese Art nicht hilfreich sein.
Muss ich noch mehr schreiben?
Tragen wir das richtige Kummet? Haben wir die Praxis, die zu uns passt? Aendern wir unser Glaubenssystem, wenn unsere Erfahrungen ueber dieses hinausgehen? Oder bleiben wir stur, verletzen uns selbst mit etwas, was nicht zu unserem individuellen Weg passt und was uns in dieser Welt wenig hilfreich erscheinen laesst? Schaetzen wir unsere Einzigartigkeit, die der Fuelle des Seins eine wichtige Facette hinzufuegt oder versuchen wir den Weg zu gehen, den doch scheinbar alle gehen? Wie sehen wir uns selbst?

Ich bin gespannt auf die naechsten Tage in Deutschland.
Viele Gruesse,
Dirk

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