Freitag, 15. Mai 2015

Segen für die Weite

(c) smileus - fotolia

Wenn du atmest
und der Duft des wilden Windes dich erfüllt,
wenn du schaust
und die sanften grünen Hügel, die rauen Felsen,
die sich wiegenden Bäume und die glitzernden Seen dich rühren,
wenn du lauschst
und du überall das erste Lied des Kosmos,
die Melodie vom Anfang der Zeit, hören kannst –
mögest du den Segen der Weite spüren,
der viele Wohnungen in dein Herz baut;
Wohnungen, Höhlen und Bauten
für alles, was lebt und in dir seine Lebendigkeit feiert,
Schlupfwinkel für das Kleinste
und Ebenen für das Größte,
weite Hallen für die Fliegenden,
tiefe Tiefen für die Schwimmenden –
Orte für die abertausenden Wesen,
die abertausenden Verwandten.

Möge jeder Atemzug dich weiter machen
und die Vielfalt in dich einladen, die dir zeigt,
dass alles seinen Platz hat und sein Zuhause findet,
dass alles sein darf und du das glauben kannst,
was in deinem Herzen wachsen mag.

Mögest du in dem Moment,
in dem all deine Sicherheit zerbricht,
voller Staunen feststellen,
dass du, statt zu fallen, auch fliegen kannst.
Möge der Segen der Weite dein Leben ergreifen,
und mögen deine Schritte dich in die Freiheit führen.


(c) Dirk Grosser

  

Dirk Grosser
Möge dein Weg gesegnet sein
Segen, die deine spirituelle Entwicklung begleiten
200 Seiten, Broschur
ISBN 978-3-8434-1175-2
Schirner Verlag

Montag, 4. Mai 2015

Termin mit Seán ÓLaoire

"Great Green Spirit - Großer grüner Geist" - Tagesseminar mit Fr. Seán ÓLaoire

Nach langer Zeit kommt endlich wieder mein Lehrer und Mentor Seán ÓLaoire nach Deutschland, um hier ein Tagesseminar zu geben. In seiner unnachahmlichen Weise wird er über den großen Geist Gottes sprechen, der hier auf unserer Erde in Form von Bäumen, Tieren, Menschen und Steinen gegenwärtig ist. Mit anderen Worten: Seán wird über die zwei Bücher Gottes sprechen - die Bibel und das Buch der Natur! Dabei wird er sicherlich ungewöhnliche Sichtweisen vertreten, auf naturreligiöse Vorstellungen wie auf christlich-mystische Sichtweisen eingehen und auch Raum für persönliche Fragen haben. Geführte Meditationen werden diesen Tag abrunden, den ich wirklich nur jedem ans Herz legen kann. Ich kenne niemanden, an dem eine Begegnung mit diesem ungewöhnlichen irischen Priester und seiner undogmatischen und in die Freiheit führenden Art spurlos vorbeigegangen wäre.


Datum: 13. Juni 2015
Ort: Landpraxis in der Stille, Biggeweg 8, 33649 Bielefeld
Zeit: 10.00 - 18.00 Uhr
Kosten: 89,- Euro
Bitte vorab verbindlich unter info@dirk-grosser.de anmelden!



Mittwoch, 22. April 2015

Segen für das Sitzen unter einem Baum

(c) Smileus - fotolia.com

Die tiefen Wurzeln unter dir,
versorgend, nährend, Grund und Halt gebend –
mögen sie gesegnet sein und deinem Leben Kraft schenken.

Der breite Stamm gleich hinter dir,
stark, aufrecht, den Winden trotzend –
möge er gesegnet sein und deinem Leben Festigkeit verleihen.

Die grün belaubten Äste über dir,
voll Schönheit in den Himmel strebend, Schatten spendend –
mögen sie gesegnet sein und deinem Leben Schutz gewähren.

Mögest du den Segen dieses Baumes spüren,
dieses Lebens, das dich großzügig willkommen heißt;
dieser stille, grüne Verwandte, der dir einen Platz schenkt,
an dem du ruhen kannst, deinen Kopf auf trockenem Gras gebettet.

Und mögest du dir auch des Baumes deines Lebens gewahr sein:
den Wurzeln deiner Ahnen, die den Boden für dich bereitet haben,
dem Stamm der Freunde und Liebenden, die fest hinter dir stehen,
den Ästen, Zweigen und grünen Blättern der Kinder,
die dir nachfolgen und sich in die Weite der Zukunft austrecken.

Möge dieser Baum dich segnen,
und mögest du sein knorriges, altes Lied verstehen.




Dieser Segen entstammt meinem neuen Buch:



Dirk Grosser

Möge dein Weg gesegnet sein
Segen, die deine spirituelle Entwicklung begleiten
200 Seiten, Broschur
ISBN 978-3-8434-1175-2
14,95 €

Dienstag, 21. April 2015

Vortrag "Tao des Drachen"

(c) Olexandr - fotolia.com
Übermorgen, am Donnerstag, 23. April, halte ich um 19.30 Uhr einen Vortrag über das "Tao des Drachen" in der Lebensbaum Buchhandlung in Bielefeld.
Der Drache gilt in vielen asiatischen Traditionen als Sinnbild für Furchtlosigkeit, Weisheit, Vertrauen, Glück und Kraft. Sein großes Herz schlägt im Rhythmus dieser Welt, erklingt wie eine tiefe Glocke der Achtsamkeit und ruft uns in den gegenwärtigen Augenblick hinein. In diesem Vortrag geht es nicht nur um das Symbol des Drachen, sondern auch darum, wie dieses kraftvolle Bild uns helfen kann, selbst ein großes und weites Herz zu entwickeln, in dem wir mit all unseren teils gegensätzlichen Anteilen Platz haben. Ein Herz, das uns kraftvoll und gelassen in die ungeahnte Freiheit des TAO führt! Neben dem Vortrag (und Zeit für Fragen und Antworten) wird es auch meditative Elemente geben.
Würde mich freuen, die eine oder den anderen von Euch dort zu sehen und ins Gespräch zu kommen... 

 
Donnerstag, 23.April
19.30 Uhr

Vortrag Tao des Drachen
Lebensbaum Buchhandlung
Neustädter Str. 13
33602 Bielefeld

Montag, 20. April 2015

Möge dein Weg gesegnet sein

Jede Wanderung ist eine Herausforderung – und jede Wanderung hält ihre ganz eigenen Belohnungen für uns bereit: das lebendige Gefühl, unterwegs zu sein; die Landschaft, auf der unser Blick sich ausruhen kann; die Begegnungen mit anderen Wanderern, die uns an ihren Erfahrungen auf der Reise teilhaben lassen; die wohlige Schwere, die uns am Abend bei einer warmen Mahlzeit umfängt.
 

Auch unser Leben und unser spiritueller Weg sind solch eine Wanderung, bei der wir mutig einen Fuß vor den anderen setzen, ohne zu wissen, was hinter der nächsten Biegung des Pfades auf uns wartet. Es gibt Zeiten, in denen alles wie von selbst läuft, der Weg sich bequem und einladend zeigt und wir fröhlich pfeifend unterwegs sind. Dann wieder gibt es Phasen, in denen es nur mühsam vorangeht, unsere Füße bleischwer scheinen, wir uns verirren oder auf matschigem Untergrund ausrutschen und stürzen. In der Rückschau gelingt es uns manchmal, auch diesen schwierigen Zeiten etwas abzugewinnen. Wir erkennen, wie uns die Anstrengung auf andere Herausforderungen vorbereitet hat, wie wir innerlich gewachsen sind und wie uns mancher scheinbar unnötige Umweg zu Orten geführt hat, die unerwartet eine heilsame Veränderung in uns ausgelöst haben. Wenn wir auf unserer Lebensreise hin und wieder eine schöne Bank entdecken, auf der wir uns für einen Moment ausruhen können, spüren wir vielleicht, wie sich in uns eine fast zärtliche Stille ausbreitet, die uns jede Erfahrung unseres Lebens und unseres spirituellen Weges dankbar annehmen lässt. Wir erkennen, dass jeder Schritt wichtig war, um uns genau hierher zu tragen, in diesen Moment, in dieses unendliche Jetzt, das sich vor uns ausbreitet. In diesen Momenten spüren wir den Segen, der auf unserem Weg liegt, den Segen, der unser Leben begleitet. Manchmal ist unser Alltag aber so geschäftig und weit und breit keine Bank in Sicht, sodass wir umherhetzen und uns in Erlebnissen verlieren, ohne sie wirklich zu tiefen Erfahrungen werden zu lassen. Die Tage rauschen an uns vorbei, und schon wieder ist ein Jahr vergangen, von dem wir kaum etwas mitbekommen haben. Wir haben keine Zeit für vermeintliche Kleinigkeiten und bemerken deshalb nicht den Segen, der in ihnen verborgen ist.

(…)

Unsere Traditionen mögen verschieden sein, doch viele Stationen auf unseren spirituellen Wegen gleichen sich. Es gibt vermutlich für jeden Menschen sowohl Momente des Friedens und der inneren Stille als auch Momente der Unruhe und des Unwohlseins. Sie alle sind wichtige Wegmarken, die bestimmte Aspekte unseres Menschseins beleuchten und in denen stets eine Lehre verborgen ist, die nur darauf wartet, von uns entdeckt und gelebt zu werden.
Unser Weg ist niemals eindimensional, geht niemals nur geradeaus. Auch wenn sich manch einer eine bequeme Abkürzung »ins Licht« wünscht, gestaltet sich unsere menschliche Erfahrung meist anders. Sehnsucht, Mut für einen Neubeginn, Stille, Zugehörigkeit und Gemeinschaft, Zweifel, Glaube und Glaubensverlust, Enttäuschung und Befreiung, Gesundheit und Krankheit, Schwellenerfahrungen und Übergänge, Freude und Zuversicht, Dankbarkeit, Abschied – all dies und mehr ist Teil unseres Weges und macht uns zu denjenigen, die wir sind: Wanderer in der Welt, zutiefst menschlich, zutiefst verbunden, getragen von einem Geheimnis, das wir nie gänzlich zu ergründen vermögen.
Die alte Kunst des Segnens besteht darin, uns selbst die Ruhe zu gönnen, die uns genau hinsehen lässt – die jeden Moment, ganz gleich, ob wir ihn als positiv oder negativ erlebt haben, in Zusammenhang mit dem großen Ganzen stellt. Es ist eine Kunst der Achtsamkeit und eine Spiritualität der Dankbarkeit, die jede Tradition ergänzen kann und zu keinem Glauben im Widerspruch steht. Die Kunst des Segnens ist eine Mystik des Alltags, die uns zu einem tiefen Einklang mit der Welt und zu einem stillen Glück inmitten all der Schönheit unseres Heimatplaneten führt.
Ich hoffe, dass die Gedanken, die Übungen und natürlich die Segen in meinem Buch ein klein wenig dazu beitragen können, dass du sowohl den hellen als auch den dunklen Momenten deines Weges ein Lächeln schenken kannst und du spürst, wie wertvoll die Einzigartigkeit deiner Erfahrung ist.

Möge dein Weg gesegnet sein,
mögen Sonne, Regen und Wind sanft deine Haut berühren
und dich immer tiefer in das Mysterium des Augenblicks locken.
Mögest du jeden Schritt deiner Reise wertschätzen,
mögen Erde und Himmel sich in dir vereinen
und die grünen Hügel deines Lebens dich willkommen heißen.



(c) Dirk Grosser



Dieser Text ist ein Ausschnitt aus der Einleitung meines neuen Buches "Möge dein Weg gesegnet sein", das gerade erschienen ist.


Dirk Grosser

Möge dein Weg gesegnet sein
Segen, die deine spirituelle entwicklung begleiten
200 Seiten, Broschur
ISBN 978-3-8434-1175-2
Schirner Verlag
14,95 €



Montag, 16. März 2015

Vortrag Christliche Mystik & Kontemplation

Meine winterliche Schreibphase ist vorbei - das gibt mir den Freiraum, wieder ein paar Vorträge zu planen... Der erste findet am 26. März statt, also schon in zehn Tagen.

 
(c) Patryk Kosmider - fotolia.com

An diesem Abend werden wir uns gemeinsam die spirituelle Tradition der christlichen Mystik ansehen, ein wenig in die verborgene Geschichte der keltischen Kirche eintauchen und erste Erfahrungen mit einer Kontemplationsform machen, die uns erlaubt, tief in das Mysterium des Seins einzusinken und dort Kraft und Ruhe zu finden. Wir werden entdecken, wie Menschen in den letzten 2000 Jahren ihre persönliche Beziehung zum Göttlichen gelebt haben und dabei u.a. den Wüstenvätern und -müttern, verschiedenen irischen Mönchen, Juliana von Norwich, Meister Eckhart, Hildegard von Bingen, Franz von Assisi und auch modernen Mystikern wie Thomas Merton oder John Main begegnen. Zugleich werden wir uns darüber austauschen, wie wir selbst ein authentisches Verhältnis zum Heiligen und auch zu unserer eigenen, manchmal verschütteten, mystischen Erfahrungstradition hier in Europa aufbauen können.

Wann? 26. März 2015, 19.30 Uhr
Wo? Landpraxis in der Stille, Biggeweg 8, 33649 Bielefeld
Kosten: Spendenbasis

Bitte vorab verbindlich anmelden: info(at)dirk-grosser.de

Würde mich freuen, den einen oder anderen von Euch zu sehen und gemeinsam dieses spannende Thema zu erörtern... 
DG

Mittwoch, 11. Februar 2015

Unsere Welt

Da ich mich momentan in der Schreibphase eines neuen Buches befinde (mehr dazu demnächst hier), vernachlässige ich diesen Blog leider etwas. Aber es kommen auch wieder andere Zeiten ... Versprochen! Und bis dahin gibt es immerhin ein Video, das sich anzusehen wirklich lohnt:


Sonntag, 4. Januar 2015

Segen für einen Neubeginn



(c) Tiramisu Studio - fotolia.com


Wenn dein Herz sich ein kleines Boot bauen möchte,
um über die unbekannte See zu segeln
und ferne Länder zu erkunden –
möge der Tag deines Aufbruchs gesegnet sein.

Wenn du deine Hütte abbrichst, deine Zelte schnürst,
um dich an einen anderen Ort führen zu lassen
und dort neue Wurzeln zu schlagen –
möge der Tag deines Aufbruchs gesegnet sein.

Wenn du deinen Rucksack mit dem Nötigsten bepackst,
um dich von deinen eigenen Schritten treiben zu lassen
und den kaum sichtbaren Pfaden zu folgen –
möge der Tag deines Aufbruchs gesegnet sein.

Wenn der Weg sich wie von selbst unter deinen Füßen entfaltet,
um sich am Horizont im Nebel zu verlieren
und dich immer weiter voranzulocken –
möge der Tag deines Aufbruchs gesegnet sein.

Wenn du einfach wanderst ohne Ziel,
nur um im Geheimnis der Welt unterwegs zu sein
und dich selbst ganz neu zu spüren –
mögest du deiner mutigen Verrücktheit und dem Leben in dir
ein Lächeln schenken.

Möge dein Weg gesegnet sein
und du wissen, dass du niemals verloren gehen kannst.

(c) Dirk Grosser



 Ich hoffe, dieser Segen kann Euch bei allen neuen Anfängen in diesem Jahr begleiten. Und wer mehr über die Kunst des Segnens erfahren möchte, den möchte ich auf meinen Vortrag am 15. Januar in der Lebensbaum Buchhandlung in Bielefeld (bitte unbedingt vorher dort anmelden) und den Segenstag am 24. Januar in der Landpraxis in der Stille (ebenfalls Bielefeld) hinweisen. Weitere Infos unter: Termine.
Mein neues Buch "Möge Dein Weg gesegnet sein" erscheint übrigens im April.



Mittwoch, 10. Dezember 2014

Segen für die Advents- und Weihnachtszeit

(c) Robert fudilo - fotolia.com

Mögen lange Winterabende dir Ruhe und Einkehr schenken,
dich achtsam auf das leise Atmen der Welt lauschen lassen
und dein Herz für das zarte Geheimnis immer wiederkehrenden Lebens öffnen.

Mögen Nebel und Schneetreiben deine Augen nach innen lenken,
wo das Licht einer einzelnen Kerze sich spiegelt
und das wirklich Wichtige in ihren sanften Schein hüllt:
Das Staunen der Kinder, die Brücken der Versöhnung, das Heilige eines jeden Moments.

Mögen jeder auf Schnee knarrende Schritt und jeder freundliche Blick
dich an die vielen kleinen Dinge erinnern, die uns menschlich machen,
und die dich deine eigene Großartigkeit und Schwäche
ebenso wie die deines Nächsten umarmen lassen.

Möge der Frieden stiller Nächte dein Heim erfüllen
und dir Zeit schenken für tiefe Gedanken,
die dich nähren und auf deinem Weg weiterführen.

Mögest du ein Leuchten in der Dunkelheit erkennen,
ein Leuchten zwischen den Menschen, dessen Wärme jeden Frost überwindet
und das dich auch an jene denken lässt,
deren Leben weniger vom Glück beschienen ist als deines.

Mögest du Zeit haben für Erinnerungen an Momente,
die dein Innerstes angerührt und dir gezeigt haben,
dass auch die kleinste Geste einen großen Unterschied macht
und dass Hände dazu gemacht sind, sie einander zu reichen.

Möge die Schönheit des Raureifs am frühen Morgen
deine Augen für das Licht der wieder länger werdenden Tage öffnen
und deine Seele für das Wunder bereitmachen.

Mögest du das goldene Rund der Sonne begrüßen,
das die Vögel und Eichhörnchen hervorlockt,
deren scheinbar grundlose Freude am bloßen Sein
ein ganz eigenes Gebet zu singen vermag.

Möge der kalte Wind dir von seiner weiten Reise erzählen,
von den Menschen und Tieren, von den Bergen und Bäumen,
von den Flüssen, Meeren, Seen und Steinen,
deren Zuhause er ebenso wie deines berührt hat.

Möge dein Leben in diesen Tagen den Geist der wahren Weihnacht atmen,
ganz gleich, welcher Tradition du folgst oder welchen Glauben du teilst.
Möge dir mit jedem Atemzug bewusst werden,
dass das Göttliche in uns geboren werden möchte
und dass seine Geburtshelfer Liebe, Mitgefühl und Dankbarkeit sind.

© Dirk Grosser

Dienstag, 11. November 2014

Der Tanz des Drachen

Tanz ist sicherlich eine der ältesten rituellen Formen der Verbindung mit der Welt und dem Göttlichen. Gerade in schamanischen Kulturen wurde und wird der Tanz dazu benutzt, in Trance zu geraten, unser Alltagsbewusstsein hinter sich zu lassen und mit der Geistigen Welt in Kontakt zu kommen. Auch die tänzerische Darstellung von Mythen und Mysterien, meist in Verbindung mit Masken, ist von Nordamerika über die Mongolei und Tibet bis nach Südostasien und Afrika auf der ganzen Welt verbreitet. Und in manchen heutigen schamanischen Traditionen gibt es auch den Krafttiertanz, der uns mit den tierischen Geistführern der Anderswelt verbindet und uns in ihre Kraft eintauchen lässt.
Im Tanz verschafft sich unsere Seele über unseren Körper Ausdruck. Wir geben die bewusste Kontrolle durch unseren Intellekt ab und lassen uns in die Musik, in den Rhythmus fallen. Unser Körper übernimmt die Führung und agiert die Sehnsüchte, die Freude oder den Schmerz unserer Seele aus. Der Filter unseres Verstandes, unsere Selbstzensur fällt weg. Wir sind ganz pur. Ganz wir. Ganz und immer in Verbindung mit allem. Das ist es, was das Tao und die Drachen uns lehren.

Hier eine Hörprobe meiner neuen CD, die passend zum Buch "Das Tao des Drachen" erschienen ist ...




Übrigens: Live-Trommeln gibt es wieder beim Drachenkraft-Seminar am 07. und 08. März 2015 in Mühlheim am Main. Mehr unter TERMINE!

Donnerstag, 23. Oktober 2014

Schirner Tage 2014


Vom 31. Oktober bis zum 02. November finden die Schirner Tage statt, bei denen ich auch wieder dabei sein werde. Würde mich freuen, ein paar von Euch dort an meinem Stand zu treffen, ins Gespräch zu kommen und Euch bei meinen Veranstaltungen auf der Messe zu sehen!

Freitag, 14.40 Uhr - Bühne 2
Trommeln, Didgeridoo & Flöten (gemeinsam mit Namakua Pedro Bley)
Wie schon im letzten Jahr werden Namakua und ich wieder zusammen Musik machen...

Samstag, 16.10 Uhr - Bühne 2
Segenswünsche – Die Spiritualität der kleinen Dinge
Die keltische Tradition der Segenswünsche richtet sich auf die vielen kleinen Dinge unseres Lebens: das Anzünden des Kamins, die Zubereitung unseres Essens, das Reparieren von Spielzeug, einen Spaziergang durch den Wald oder am Hafen entlang, der Besuch von Freunden …
In diesem Vortrag geht es um die Praxis der Segenswünsche, die uns immer wieder die Fülle vor Augen führt, welche in jedem Moment unseres Alltags gegenwärtig ist.

Samstag, 18.20 Uhr - Zelt 2
Seelenflöte - Heilende Töne für die Welt
Diesen Auftritt von Namakua, der Flöten aus aller Welt spielt, unterstütze ich mit sanften Tönen auf der Rahmentrommel.

Sonntag, 12.00 Uhr - Bühne 2
Furchtlos unser wahres Selbst leben – Unser Drachenherz schlagen lassen
Der Drache gilt in vielen asiatischen Traditionen als Sinnbild für Furchtlosigkeit, Weisheit, Vertrauen, Glück und Kraft. Sein großes Herz schlägt im Rhythmus dieser Welt, erklingt wie eine tiefe Glocke der Achtsamkeit und ruft uns in den gegenwärtigen Augenblick hinein. In diesem Vortrag geht es nicht nur um die Energie der Drachen, sondern auch darum, wie wir solch ein Drachenherz in uns selbst entdecken können – ein weites Herz, in dem wir mit all unseren teils gegensätzlichen Anteilen Platz haben und so furchtlos unser wahres Selbst leben. Ein Drachenherz, das uns kraftvoll und gelassen in eine ungeahnte Freiheit führt!

Meine weiteren Termine außerhalb der Schirner Tage findet Ihr HIER.

Dienstag, 21. Oktober 2014

Die Erde berühren

(c) canta38 - fotolia.com
Einmal im Leben sollte der Mensch sich auf seine Erinnerung an die Erde konzentrieren. Er sollte sich einer bestimmten von ihm erfahrenen Landschaft hingeben, sie aus so vielen Blickwinkeln wie möglich betrachten, über sie staunen, über sie nachdenken.
Er sollte sich vorstellen, wie er sie zu jeder Jahreszeit mit den Händen berührt, und den Geräuschen lauscht, die auf ihr laut werden. Er sollte sich die Lebewesen dort vorstellen und all die kleinen Regungen des Windes. Er sollte sich auf den Glanz des Mondes besinnen und auf die Farben der Morgen- und Abenddämmerung.


N. Scott Momaday, geb. 1934, amerikanisch-indigener Schriftsteller vom Stamm der Kiowa. Das Zitat ist dem Buch "Arktische Träume" von Berry Lopez entnommen, erschienen im btb-Verlag.

Donnerstag, 25. September 2014

Der Frieden wilder Wesen


(c) PilensPhoto - fotoloia.com

Wann immer ich verzweifle an der Welt
und nachts beim leisesten Geräusch erwache,
aus Angst um mein und meiner Kinder Leben,
dann gehe ich dorthin, wo die große Echse
in ihrer Schönheit auf dem Wasser ruht
und wo der Silberreiher fischt.

Dann finde ich den Frieden wilder Wesen,
die nicht ihr Leben schmälern durch Sorge.
Ich spüre die Gegenwart des stillen Wassers
und sehe über mir die Sterne, unsichtbar am Tage,
in ihrem Licht wartend.
Für eine Weile ruhe ich in der Erhabenheit der Welt
– und bin frei.

Wendell Berry, The Peace of Wild Things

Donnerstag, 11. September 2014

Furchtlos unser wahres Selbst leben

Der asiatische Drache als Symbol für Ganzheit und Zugehörigkeit


(c) lily-fotolia.com
Ein gewaltiges Wesen mit dem Körper einer Schlange, der Mähne eines Löwen, den Klauen eines Adlers und dem Geweih eines Hirsches. In seinem Bauch das Lachen der Welt, in seinen Augen goldene Funken des gegenwärtigen Moments. Weisheit und Wärme in seiner Stimme, Frieden und Freude in seinem Lied. In einem Augenblick ruhig und von tiefer Stille erfüllt wie ein Fels, im nächsten sich absichts- und mühelos in die Lüfte schwingend. Der asiatische Drache ist Symbol der Naturkräfte in ihrem freien Spiel und somit gleichzeitig Symbol der Kräfte, die in uns lebendig sind oder vielleicht teilweise schlummern und darauf warten, geweckt zu werden.

Er ist ganz er selbst. Furchtlos nimmt der Drache seinen Platz ein, gibt sich dem Rhythmus des Lebens und der Jahreszeiten hin, fließt wie ein Fluss und liebt den Morgennebel ebenso sehr wie die Abenddämmerung. Er gleitet durch den Himmel ohne eine Spur zu hinterlassen, nimmt achtsam alles wahr, was ihn umgibt und was in ihm vorgeht, sieht und spürt das Tao in der Welt wirken, und weiß, dass er nicht getrennt ist von dem großen Geheimnis, das alles Leben hervorbrachte. Sein Flug durch die Wolken bringt den Menschen und ihren Feldern den ersehnten Regen – doch macht er dies nicht, weil er meint, eine Aufgabe erfüllen zu müssen, sondern einfach, weil es seiner Natur entspricht. Es ist seine Art, zu fliegen und zu spielen, zu ruhen und zu atmen, zu sehen und zu lieben.
Sein Wesen der gelassenen Stärke und humorvollen Güte erinnert uns Menschen daran, was es heißt, ein Teil der Natur zu sein. Auch wir können in dieser Weise unsere innere Mitte finden und furchtlos unser wahres Selbst leben.

Das Herz eines Drachen
Wir können die sein, die wir wirklich sind, mit allem, was zu uns dazugehört. Mit all der natürlichen Würde, die jedem Menschen innewohnt, können wir unseren Platz in dieser Welt einnehmen. Wie ein Drache können wir einfach da sein, ohne uns für irgendetwas zu schämen oder etwas verstecken zu müssen. Jede unserer inneren und äußeren Narben hat ihre Geschichte, ist Teil unseres Selbst, erzählt von unserer Wirklichkeit. Aus unseren Verletzungen, aus den Rissen, die unseren Herzen vom Leben zugefügt wurden, scheint ein Licht, das eine große Schönheit offenbaren kann. Meist haben wir Angst, dass jemand diese Risse entdeckt. Und so versuchen wir uns zu verstecken, wegzulaufen, Masken aufzusetzen, uns zu verstellen und jemand anderes darzustellen als wir wirklich sind.
Fast jeder hat diesen Impuls. Doch wenn wir unsere Risse in unseren Herzen nicht offenbaren, ist auch das Licht unsichtbar. Wenn wir in uns Mauern errichten, die andere von unseren Verletzungen fern halten sollen, ist in uns nur Schatten und Düsternis. Doch wenn wir unsere Wunden nicht verstecken, kann unser Licht strahlen. So liegt in unseren Wunden unsere größte Stärke verborgen.
Je mehr wir uns mit unseren Wunden anfreunden, desto stärker kann unser Licht leuchten, desto heller wird es in unserer Umgebung, desto besser können wir den Weg erkennen, desto eher finden wir unser wahres Zuhause. Vom Symbol des Drachen können wir lernen, uns ganz zu zeigen – und dadurch ganz zu werden. Unsere Menschlichkeit, unsere Verletzlichkeit und unser Mitgefühl sind unser schönster Schmuck. Wir können zulassen, dass andere Menschen in unseren Augen etwas entdecken, das auch in ihnen selbst verborgen ist und angenommen werden möchte.
Ein offenes Herz ist ein Drachenherz! Es riskiert, verletzt zu werden, es ist ein lebendiges Herz. Wenn wir uns stets verstecken, dann tun wir nur so, als ob wir leben würden. Wer liebt, offenbart sich und macht sich verwundbar – aber aus Angst nicht zu lieben, ist ein großer Fehler. Unser Herz wird niemals entzweibrechen und zerstört werden. Es bekommt Löcher und Risse, wird deformiert und geschunden, aber mit jeder dieser Verletzungen wird das innere Licht immer sichtbarer und unser Herz immer schöner. Ein furchtloses Drachenherz wird auf diese Weise vielleicht verletzt, doch es wird durchströmt von der Welt, es atmet die Welt, fühlt die Welt. Es wird mit jedem Tag kräftiger und findet immer mehr seinen Platz im Wunder dieses unergründlichen Lebens.

Die Schönheit jedes Augenblicks
Der Drache existiert jenseits unseres Intellekts, und eine Begegnung mit ihm erschüttert unsere Welt, die wir mittels unserer Gedanken sicher eingezäunt glaubten. Der Drache weckt uns auf, lockt uns aus unserem Denken, das alles analysiert und in Schubladen steckt, hinaus in das Geheimnis des Augenblicks. Wenn wir dies wirklich wahrnehmen können, blicken wir voller Staunen auf eine Welt, die auf tiefster Ebene mit uns verbunden ist. Wir erblicken die Schönheit, die uns in jedem Moment umgibt – und Schönheit ist nicht zu verstehen und nicht zu hinterfragen. Wir blicken zu den Sternen auf und ahnen etwas von dem Segen, den sie in jeder Nacht über uns ausbreiten. Wir sehen nach oben und das Tao vergießt durch unsere Augen Tränen über so viel Schönheit. Und wenn die Sterne uns sehen können, werden sie ebenfalls über unsere Schönheit, über unser mutiges und offenes Drachenherz  und die schlichte Tatsache, dass es uns gibt, erstaunt sein. So sind wir alle im Tao aufgehoben und Teil desselben Segens, der unaufhörlich wirkt.
Wie ein Drache können auch wir das Tao in allen Dingen vernehmen, die Stille in uns reifen lassen, dem Weg der Natur folgen und Himmel und Erde in uns vereinen.
Der Drache, den wir in uns selbst finden können, ist das kraftvolle und lebendige Gegenteil der Entfremdung.

Möge der Herzschlag des Drachen
uns den Rhythmus der Welt zeigen.
Mögen wir einstimmen in das große Lied,
das seit Anbeginn aller Zeiten ertönt,
und mögen wir den Mut und die Kraft finden,
unseren ganz eigenen Weg in Einklang mit Allem zu gehen.
Mögen wir eine ganz besondere Note in der Melodie des Tao sein,
die leise über Seen und Wälder schwebt,
den Ruf des Kranichs und die Stille der Berge erfüllt
und die niemals, niemals enden wird.



Dirk Grosser
Das Tao des Drachen
Furchtlos unser wahres Selbst leben
232 Seiten, Broschur
ISBN 978-3-8434-1152-3
14,95 €


Das Buch ist ab sofort in jeder Buchhandlung und natürlich direkt beim Verlag erhältlich.



Freitag, 5. September 2014

Ein lebendiges Universum

(c) kentauros - fotolia.com
Wir leben in einem lebendigen Universum, das sich von Augenblick zu Augenblick als vereintes Ganzes zeigt. Das Universum ist eine lebende Einheit, die ständig von dem Durchfluss enormer Energiemassen erhalten wird, und das in einem unsagbar riesigen und äußerst lebendigen Prozess der unglaublichen Präzision und Kraft. Wir sind Wesen, die vom Universum genauso bewohnt werden, wie wir Wesen sind, die das Universum bewohnen. Die Einheit der Existenz ist (...) ein sich ständig manifestierender Zustand, der nur darauf wartet, von uns erkannt und ins Bewusstsein gerufen zu werden. Die "Macht des Jetzt" kommt durch die Tatsache, dass das ganze Universum als ein extrem präziser Fluss im Jetzt auftritt. Wenn wir uns im Jetzt befinden, reiten wir auf der Welle der fortwährenden Schöpfung. Jeder Moment ist eine brandneue Bildung des Universums, die nahtlos und makellos aufsteigt. 
Duane Elgin, Das lebende Universum, Seite 91


Wir tragen das Universum in unserem Wesen, so wie das Universum uns in seinem Wesen trägt. Beides ist dem anderen gegenüber absolut präsent, und auch dem tieferen Geheimnis gegenüber, aus dem das Universum und wir selbst entstanden sind. 
Thomas Berry, The Dream of the Earth, Seite 132

Freitag, 29. August 2014

Richard Rohr und das Wahre Selbst

Heute mal ein Beitrag aus dem christlichen Bereich. Vor einiger Zeit las ich das großartige Buch "Das Wahre Selbst" von Richard Rohr, einem von mir sehr geschätzten Franziskanerpater aus den USA. Selten habe ich so viel Erhellendes in einem Buch angestrichen! Hier ein kurzer Ausschnitt:

Es gibt etwas in Ihnen, das vom Kommen und Gehen, vom Auf und Ab, vom Für und Wider und von dem lautstarken Streit der Teams des ganz und gar Richtigen und des ganz und gar Falschen nicht berührt wird. Es gibt etwas in Ihnen, das sehr geduldig ist, das Gut und Böse gleichermaßen zum Vorschein kommen lässt, genau wie Gott. Es gibt etwas in Ihnen, das nicht vorschnell urteilt. Es steht wachsam und geduldig in der tragischen Kluft, die sich in fast jedem Augenblick auftut. Es ist ein Flussbett der Barmherzigkeit. Es ist riesengroß, still und ruhig und hat viele Ressourcen. Es ist fähig zu empfangen und alles Kommen und Gehen loszulassen. Es ist die Bewusstheit selbst, nicht nur "Denken". Es weigert sich, in das Gezerre von Gedanken und Gefühlen hineingezogen zu werden, die die Kämpfe unseres Lebens ausmachen, bis es vorüber und für immer vorbei ist. Wenn wir von Kontemplation sprechen, meinen wir den Blick aus dieser unberührten Stille. In ihrem Buch Die innere Burg sagt die heilige Teresa von Ávila: "Die Seele ist geräumig, üppig, und ihre Bandbreite ist kaum zu überschätzen ... Die Sonne scheint in jeden Winkel ... und nichts kann ihre Schönheit verringern." Da ist von Ihrer Seele die Rede! Von Gott in Ihnen. Von Ihrem Wahren Selbst.

Richard Rohr, Das Wahre Selbst, S. 43

Sonntag, 24. August 2014

Neue Meditations-CD für Kinder!

Gerade erschienen: "Abenteuer-Reisen. Meditationen, die Jungen stark machen". Vier geführte Fantasiereisen aus unserem Buch "Du bist nie allein!" - Der alte Indianer und das große Lied des Lebens, Der Weg durch den Dschungel, Safari für Mutige und Ein Besuch bei der Schildkröte. Viel Spaß beim Hören & gute Reise!